Telefon abhören stasi

Ilko-Sascha Kowalczuk hat sich durch Akten hindurchgearbeitet und eine detaillierte Dokumentation zum grenzüberschreitenden Telefonverkehr der DDR-Opposition in den 80er Jahren vorgelegt. Das Buch zeigt eindrucksvoll, wie umfassend das Ministerium für Staatssicherheit auch schon in analogen Zeiten die Kommunikation überwachte. Wir wissen heute, dass das ein selbstgeschaffener Mythos war; kein Geheimdienst, keine Geheimpolizei dieser Welt schafft so etwas. Und das hat auch die Staatssicherheit nicht geschafft.

Stasi - Staatssicherheit der DDR

Auf gut Seiten beschreiben die fünf Autoren des Sammelbandes, wie die Stasi den grenzüberschreitenden Telefonverkehr der DDR-Opposition in den 80er Jahren überwacht und dokumentiert hat. Das Buch ist trotz seines Umfangs gut handhabbar. Ilko-Sascha Kowalczuk führt gewohnt souverän und faktengesättigt in das Thema Telefonüberwachung ein, stellt es in einen historischen Kontext und erklärt, welche Rolle die Telefonüberwachung im Überwachungsstaat DDR spielte.

Ihre wichtigste Waffe waren die Inoffiziellen Mitarbeiter - sprich: die Spitzel. Den Oppositionellen, die nach Antragstellung manchmal absurd kurzfristig einen Telefonanschluss bekamen - die normale Wartezeit betrug über zehn Jahre - war klar, dass ein Telefon in ihrer Wohnung einer Wanze glich.

So hören sich die geheimen Tonband-Aufnahmen der Stasi an

Dennoch machten sich viele frei von der Angst und sprachen offen am Telefon. Mitunter spielten sie gar mit dieser Halböffentlichkeit. Kowalczuk schreibt:.

Arbeitsweise der Stasi - Informationen zur Stasi - BStU

Es ist daher auch kein Zufall, dass die Personen um die Initiative für Frieden und Menschenrechte nicht nur offen westliche Medien für die Darstellung ihrer Ziele, sondern auch das Telefon als offenes Kommunikationsmittel benutzten. Zwar gab es in der DDR genaue gesetzliche Vorschriften, wie und wer mit staatsanwaltlicher Genehmigung abgehört werden darf, 95 Prozent der Telefonüberwachung aber, so schätzt Ilko-Sascha Kowalczuk ein, waren blanker Verfassungsbruch.

Und so konnten Telefonmitschnitte vor Gericht auch selten direkt gegen die Oppositionellen verwendet werden. Die enorme Detailkenntnis Kowalczuks ermöglicht ein differenziertes wie anschauliches Bild der oppositionellen Kreise wie auch der gegen sie arbeitenden Stasi. Templin setzt Erlebtes und Erinnertes ins Verhältnis zu den Abhörprotokollen, beschreibt sehr plastisch, wie sich Menschen verhielten, die unter den Druck der Stasi gerieten.

Parallel dazu kann man die hervorragend dokumentierten Protokolle von damals lesen. Roland Jahn versucht Ralf Hirsch zu beruhigen. Mit absurder Gründlichkeit wurde alles verwertet, was irgendwie nützlich erschien. Die Stasi-Postkontrolle schnüffelte nicht nur in Briefen herum, sondern verzögerte auch die Zustellung. Das Telegramm wurde erst am folgenden Tag zugestellt, nachdem auch die Wiederholung der Sendung gelaufen war.

Perfide Video-Anleitung zum richtigen Schnüffeln

Metaphern, die nur jemandem einfallen können, der solche Erlebnisse Jahre und Jahrzehnte mit sich herumträgt. Der Rundgang durch die Ausstellung, die von der Gauck-Behörde unterstützt wird, ist ein Wechselbad zwischen grotesken und beängstigenden Momenten.

Kategorien

Wenn man Bilder von älteren Herren sieht, die als Stasi-Kontrolleure bei der Post auf die vorbeiziehenden Pakete starren wie der Waidmann auf den Hasen, wirkt das skurril. Eine Fortsetzung ist in Berlin geplant. Was bedeutet Datenschutz?

Wie ist er gesetzlich geregelt? Was steckt hinter den Begriffen informationelle Selbstbestimmung und Privatsphäre? Wie können persönliche Daten im Internet geschützt werden? Jeder Klick, jeder Schritt, jeder Pulsschlag lässt sich heute dokumentieren. Die schiere Menge der Daten und der damit verbundenen Optionen, diese für verschiedenste Zwecke zu nutzen, beschreibt das Schlagwort "Big Data". Oder nur ein notwendiges Ermittlungswerkzeug zur effektiveren Terrorismusbekämpfung?

Diese DVD kann hier bestellt werden.

Wanze Stasi - Fotos | imago images

Kaum eine Kunstentwicklung - die offizielle wie die unabhängige Ausstellungskultur - ist so ausführlich und gründlich dokumentiert worden wie die der DDR. Das Dossier widmet sich einigen wichtigen Ausstellungsräumen, Projekten und Initiativen sowie den Vermittlern und Protagonisten. Fake News und postfaktisch: Das sind zwei Schlagwörter, die für eine bedenkliche Entwicklung stehen. Einerseits wird klassischen Medien vorgeworfen, zu lügen - andererseits werden im Internet Gerüchte verbreitet, die Menschen beschädigen oder sogar Wahlen beeinflussen.


  1. spy app vergleich.
  2. Telefonüberwachung in der ddr?
  3. Selbst Honecker geriet einmal in die Fänge der Telefonüberwachung.
  4. Entdecken Sie den Deutschlandfunk.

Ein Heft zum Thema Propaganda. Bensberger Gespräche Jugenddemokratiepreis Kind. Partizipation 2. Datenbank "Politische Bildung und Polizei".

admin